Arbeitsanweisung für Schwimmbadfolien
Sika - Teil 2
4. Bauliche Voraussetzungen des Schwimmbades
4.1 Verlegeflächen
Die Verlegeflächen können aus Beton oder verputztem Mauerwerk, mindestens Mörtelgruppe II, bestehen.
Sie müssen glatt und ausreichend gehärtet sein. Kiesnester, Schalungsgrate, Drahtenden oder dergleichen sind
zu beseitigen. Bewehrungseisen o. ä. müssen eine Betonüberdeckung von > 2 cm haben.
Die Flächen können einseitig gekrümmt sein; allseitig gekrümmte Flächen sind nicht zu empfehlen. Risse in
den Bauwerksflächen, die breiter als 0,5 mm sind, müssen vor Beginn der Abdichtungsarbeiten ausgespachtelt
werden.
Unmittelbar vor jeder Verlegung müssen die Flächen abschnittsweise mit Haarbesen abgekehrt und von losen
Partikeln sauber gereinigt werden. Gegebenenfalls sind Staubsauger zu verwenden.
4.2 Grundwasser
Liegt das Becken im Bereich von Stau- oder Grundwasser, so muss verhindert werden, dass sich hydrostatischer
Druck zwischen Beckenkonstruktion und Innenabdichtung aufbauen kann. Dies kann erreicht werden durch
Drainagen oder Außenabdichtungen.
4.3 Umgänge beim Schwimmbad
Bei Schwimmhallen sind Umgänge wie Feuchträume gegen Durchsickern von Oberflächenwasser abzudichten. Der
geglättete Unterboden soll Gefälle zu den Abläufen haben. Die Abdichtung wird an die Bodenentwässerung
angeschlossen. An den umlaufenden Wänden ist die Abdichtung mindestens 15 cm über Oberkante fertigen
Fußboden hochzuführen und wasserdicht zu verwahren. Die eigentliche Schwimmbeckenauskleidung wird an die
umlaufende Bodenabdichtung angeschlossen. Der geglättete Unterboden soll Gefälle zu den Abläufen haben.
Die Abdichtung wird an die Bodenentwässerung angeschlossen. An den umlaufenden Wänden ist die Abdichtung
mindestens 15 cm über Oberkante fertigen Fußboden hochzuführen und wasserdicht zu verwahren. Die eigentliche
Schwimmbeckenauskleidung kann an die umlaufende Bodenabdichtung angeschlossen werden.
4.4 Rohbeckenablauf im Schwimmbad
Ein Rohbeckenablauf soll an der tiefsten Stelle des Beckens vorhanden sein. Dieser Ablauf hat die Aufgabe,
eventuell anfallendes Kondensat zwischen Beckenauskleidung (Dichtungsbahn) und Konstruktion abzuleiten. Der
Rohbeckenablauf kann gleichzeitig nach entsprechender Vorrichtung eine Kontrollfunktion auf Dichtigkeit der
Auskleidung darstellen.
4.5 Anstriche des Schwimmbeckens
Alte Anstriche, vor allem Chlorkautschukfarben, sind durch mindestens eine Lage lose verlegtes Schutzvlies
abzudecken oder durch Sandstrahlen, Flammstrahlen, Abbürsten oder ähnliches restlos zu entfernen. Verwendet
wird ein Schutzvlies fleece 300 biozid, mit mind. 300 g/m² Flächengewicht. Eine Klebung der
Schutzvliese ist nur mit einem geeigneten Kleber auf Acrylat- oder Dispersionsbasis, auch punktweise,
möglich.
Bei Benutzung von Verbundblechwinkeln in den Kehlwinkel, muss das fleece 300 biozid
unter die Formteile der Fixierung zu liegen kommen.
4.6 Polsterung/Trittfreundlichkeit
Als Polsterung und/oder Trittfreundlichkeit kann Si fleece 300 biozid von mindestens 3 mm Dicke mit
300 g/m2 Flächengewicht eingesetzt werden. Das fleece 300 biozid hat polsternde, aber keine glättende
Wirkung, es wird je nach Dicke stumpf gestoßen oder überlappt. Überlappungen und Stöße können sich bedingt
durch den späteren Wasserdruck abzeichnen. Sollen andere Vliese eingesetzt werden, müssen sie von der
Anwendungstechnik freigegeben werden und vor der Verlegung der Dichtungsbahn desinfiziert werden.
5. Auskleidung des Schwimmbeckens
5.1 Allgemeine Hinweise und Abdichtungsaufbau
Das Betreten der Arbeitsfläche durch andere Handwerker oder sonstige Personen während und nach der Verlegung
ist zu verhindern. Außerdem besteht grundsätzlich Rauchverbot, wenn mit THF gearbeitet wird. WP 3100-15R und
WP 3100-15RE werden lose und unverklebt verlegt. In Kehlen und Ecken werden sie mechanisch befestigt oder
können mit einer Hohlkehle versehen, lose verlegt werden. Um Verletzungen der Abdichtung am Boden während
der Arbeit zu vermeiden, werden die Dichtungsbahnen zuerst auf den Wänden verlegt. Die Verbindung der
Dichtungsbahnen untereinander erfolgt durch Warmgasschweißen.
Insbesondere sind hier die
Sicherheitsmaßnahmen zu beachten. Neben dem Warmgasschweißen kann auch alternativ das Quellschweißen mit
THF Anwendung finden.
Übermäßiger Verbrauch beim Verschweißen, Spritzer und ausgelaufenes THF schädigen die Bahn nicht, erzeugen
aber helle Stellen auf der Auskleidung. Nach dem Schweißen werden alle Nähte durch Reissnadelprüfung oder
Vakuumprüfung kontrolliert. Alle Nähte und Stöße erhalten eine zusätzliche Absicherung mit gleichfarbiger
PVC Lösung.
Die Auskleidung mit WP 3100-15R und WP 3100-15RE Dichtungsbahnen darf nur bei Temperaturen von über + 5° C
und auf trockenem Untergrund erfolgen. Vor Beginn jeder Auskleidung ist die Unterkonstruktion grundsätzlich
zu desinfizieren. Weiterhin sind die Flächen je nach Arbeitsfortgang abschnittsweise besenrein abzukehren
(Haarbesen).
Mörtelreste, Steinchen oder dergleichen zeichnen sich unter der elastischen Dichtungsbahn ab und können so
später zu mechanischen Verletzungen führen.
Die einzelnen Arbeitsvorgänge sind, um unnötige Verletzungen und Schädigungen bereits verlegter
Dichtungsbahnen weitgehend zu vermeiden, in einer bestimmten zeitlichen Reihenfolge auszuführen, welche in
den folgenden Abschnitten beschrieben sind.
5.2 Untergrundbehandlung und Schutzlagen
Der entsprechend den Anforderungen vorbereitete Untergrund muss zur Desinfikation mit der Lösung Gard SB
entsprechend den Angaben behandelt werden. Vor der Verlegung der WP 3100-15R oder WP 3100-15RE ist
das fleece 300 biozid auf die zuvor desinfizierte Abdichtungsfläche zu verlegen.
Diese beiden Arbeitsgänge sind immer auzuführen und sind Bestandteil des Abdichtungssystems.
5.3 Fixierungen
Die mechanische Befestigung der Auskleidung im Becken erfolgt mit Formteilen bzw. Winkeln aus beschichtetem
Verbundblech Typ Laminated metal blue5098 bzw. Laminated inox blue5098. In allen Becken werden die oberen
waagerechten Formteile und die senkrechten Winkel zuerst befestigt. Bei Renovierungsarbeiten dient die
Auskleidung einer eventuellen Überlaufrinne mit Verbundblech als obere Randbefestigung. Bei neuen
Anlagen mit z. B. keramischen Rinnen oder dergleichen erfolgt die obere Befestigung an Kantenwinkeln mit
Anschlussmöglichkeiten für eine Feuchtraumisolierung.
Die Verbundblech-Formteile werden je nach baulichen Erfordernissen mit einer Schlagschere zugeschnitten und
auf der Kantenbank gefertigt.
Die Befestigung erfolgt mit Spreiznieten, Durchmesser 5 mm, Länge mindestens 16,5 mm, die Länge ist
gegebenenfalls von den baulichen Verhältnissen abhängig. Die Abstände der Nieten sollen gleichmäßig sein und
15 cm nicht überschreiten. Um ein gutes Anliegen der Winkelschenkel am Bauwerk zu erzielen, sind die
Abkantungen für Kehlwinkel mit 95°, bei Kanten mit 85° vorzunehmen. Die unteren Winkel (Beckenboden,
Standstufen) werden beim Vorspannen gebraucht und später am Becken befestigt.
5.4 Verlegung der Schwimmbadfolien
5.4.1 Schwimmbadfolien Verlegen mit Vorspannung
Nachdem alle Formteile aus Verbundblech bis auf die unteren waagerechten Kehlwinkel montiert sind, wird mit
der Auskleidung im Wandbereich begonnen. Die Dichtungsbahnen WP 3100-15R und WP 3100-15RE können je
nach Beckentiefe horizontal oder vertikal verlegt werden.
Schwimmbadfolienverlegung Ausführung:
- Dichtungsbahnen auf Länge bzw. Tiefe roh zuschneiden, ausrichten und am oberen Beckenrand auf
das Formteil bzw. den Rand der Rinnenauskleidung aus Verbundblech, nach Schnurschlag,
aufschweißen.
- Bei vertikaler Verlegung die Bahnen von unten nach oben miteinander verschweißen.
- Die untere Kante der Auskleidung, je nach Tiefe und Neigung des Beckens sowie unter
Berücksichtigung der erforderlichen Vorspannung, bei 1,5 mm dicken Dichtungsbahnen je nach
Beckentiefe 1 - 1,5 cm, zuzüglich 1 cm von der Kehle aus gemessen anzeichnen, mit Schnurschlag
markieren und abschneiden. Die unteren Kehlwinkel für die Bodenbefestigung werden wie folgt an die
Dichtungsbahn angeschweißt:
- Winkel mittels Holz so unterlegen, dass eine Spannhöhe von 1 bzw. 1,5 cm erzielt wird.
- Den vertikalen Schenkel hinter die Dichtungsbahn schieben und anschweißen. Danach werden die
Holzunterlagen entfernt.
- Die Vorspannung wird mit einem Spannbrett (Holzbohle z. B. ca. 1 m lang, 30 cm breit und ca. 4 cm
dick) durch zwei Mann vorgenommen.
- Spannbrett mit der schmalen Seite (30 cm) rechtwinklig zur Wand auf den horizontalen
Winkelschenkel legen und fest in die Ecke drücken.
- Dicht an der Wand auf das Spannbrett stellen und durch Eigengewicht die Dichtungsbahn nach unten
ziehen.
- Spreiznieten rechts und links des Spannbrettes so in die Wand einsetzen, dass sie unten nicht
mehr als 3 cm von der Winkelecke entfernt liegen.
- Das Verspannen erfolgt jeweils in Abständen von 60 cm (3x20). Nach dem Verspannen werden die
horizontalen Winkelschenkel mit Spreiznieten im Boden verankert. Anschließend wird die Auskleidung
mit dem senkrechten Eckwinkel aus Verbundblech unter seitlicher Straffung der Bahnen verschweißt.
Bauteile, die im Wandbereich die Abdichtung durchdringen (Zu-/ Abläufe, Skimmer, Scheinwerfer oder
dergleichen) werden an die Auskleidung wasserdicht angeschlossen. Dabei sind die
Verarbeitungsrichtlinien der jeweiligen Hersteller der Einbauteile genau zu beachten. Senkrechte
Ecken werden mit einem 16,5 cm breiten Streifen Dichtungsbahn abgedeckt und
vollflächig bis direkt in die Winkelecke mit der Auskleidung verschweißt.
Zum Vorspannen der Dichtungsbahnen am Boden sind ebenfalls zwei Personen erforderlich.
Ausführung:
Länge der Dichtungsbahnen unter Berücksichtigung der vorgegebenen Vorspannung abmessen, mit Schnurschlag
markieren und abschneiden.
- Die erste Bahn parallel zur Längsseite ausrichten. In den Kehlen ist die Dichtungsbahn 10 cm
hochzuführen, damit die Kehlblechfixierungen überdeckt und abgedichtet werden. Anschließend ist die
Dichtungsbahn an einer Kopfseite an das Kehlblech anzuschweißen.
- Die folgenden Dichtungsbahnen sind mit 5 cm Nahtüberdeckung auszurichten und an der vor beschriebenen
Kopfseite anzuschweißen.
- Sind die Dichtungsbahnen im Bodenbereich planeben ausgelegt und wie vor beschrieben kopfseitig fixiert,
so sind ca. 1 m von der gegenüberliegenden Kopfseite rechtwinklig zum Bahnenverlauf an den Nahtüberdeckungen
Markierungen mit Bleistift vorzunehmen.
- Zur Vorspannung der Bodenabdichtung ist die erste Bahn ca. 1 m zurück aufzurollen und durch ziehen zu
straffen. Diese Vorspannung muss durch Auflast aufrecht erhalten bleiben, bis das zurückgerollte Bahnenende
wieder aufgerollt und im Kehlbereich verschweißt ist. Die Auflast kann erzielt werden durch gefüllte
Sandsäcke oder einfacher, durch Personen, die sich auf die Dichtungsbahn stellen.
- Bei den folgenden Bahnen ist wie zuvor beschrieben zu verfahren. Es ist darauf zu achten, dass die
Markierungsstriche nach dem Vorspannen deckungsgleich sind.
- Anschließend sind die Längsnähte mit 5 cm Nahtüberdeckung zu verschweißen.
- Nähte und Stöße auf Fehlstellen kontrollieren, gegebenenfalls nacharbeiten und anschließend mit PVC-Lösung
WB absichern.
5.4.2 Schwimmbadfolien Verlegung mit Hohlkehle
- Dichtungsbahnen auf Länge bzw. Tiefe roh zuschneiden, ausrichten und am oberen Beckenrand auf das
Formteil bzw. den Rand der Rinnenauskleidung aus Verbundblech Typ WP, nach Schnurschlag,
aufschweißen.
- Bei vertikaler Verlegung die Bahnen von unten nach oben miteinander verschweißen.
- Alternativ zur Befestigung der Abdichtung in den Innenwinkel mit den Verbundblechen
Typ WP, können die Bahnen in den Innenkanten lose verlegt und mit einer Hohlkehle ausgebildet werden.
Durch den zunehmenden Wasserdruck bei der Beckenbefüllung wird die Dichtungsbahn an den Untergrund
bis in die Innenkanten gedrückt und somit auch gespannt. Das Becken ist dabei stufenweise und mit
leich fliesendem Wasser zu befüllen, damit die Abdichtung Faltenfrei anliegen kann.
- Um ein optimales Anliegen der Abdichtung am Untergrund zu erreichen muss die Größe der Hohlkehle
den Gegebenheiten, wie z.B. Beckenform, Temperatur des Materials, Wassers sowie der Außenluft
angepasst werden.
- Die Abdichtungsbahn aus dem Boden kann auf sowie unter die Abdichtungsbahn der Wandfläche
verlegt werden.
- Anschließend sind die Längsnähte mit 5 cm Nahtüberdeckung zu verschweißen.
- Nähte und Stöße auf Fehlstellen kontrollieren, gegebenenfalls nacharbeiten und anschließend
mit PVC-Lösung WB absichern.
5.4.3 Besondere Bauteile und Maßnahmen
Alle Bauteile, die die Abdichtung durchdringen, z. B. Zu- und Abläufe, Skimmer, Scheinwerfer, Rohre oder dergleichen, werden prinzipiell nur mit Pressflanschen an die Abdichtung unter Beachtung der jeweiligen Herstellervorschrift wasserdicht angeschlossen. Dabei müssen die planabgedrehten Flächen der Festflansch
bündig mit der Betonfläche liegen. Verankerungen für Haltestangen, Leitern, Trennseile und anzuschließendes
Einbauteil sollen aus nichtrostendem Stahl bestehen. Verankerungen sind mit Spezial-Tellerankern
herzustellen.
5.5 Fügetechnik
WP 3100-15R und WP 3100-15RE bestehen aus PVC-P und können nach folgenden Verfahren gefügt werden:
- Warmgasschweißen
- Quellschweißen (sollte nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden)
- Heizelement-/Heizkeilschweißen
- Hochfrequenz nach Planvorfertigung
Die ersten drei Verfahren sind für die Baustellenanwendung geeignet.
Hinweis:
Kunststoffbahnen ab 1,5 mm Dicke sind im Bereich von T-Stößen die Kanten der mittleren Dichtungsbahnen
abzuschrägen.
5.5.1 Warmgasschweißen der Schwimmbadfolien
5.5.1.1 Allgemeines
Warmgasschweißen ist da anzuwenden, wo Quellschweißen nicht möglich ist, z. B. in Räumen, die nicht
ausreichend für Quellschweißungen zu be- und entlüften sind. Die Verschweißungszonen müssen frei von
Verunreinigungen sein. Bei verschmutzten Nahtflächen ist eine Reinigung mit warmem Wasser möglich. Falten
und Quetschungen im Nahtbereich der Bahn sowie Kreuzstöße sind zu vermeiden. Warmgasschweißungen sind durch
folgende Merkmale gekennzeichnet:
- Beide Fügeflächen werden durch gleichmäßiges Erhitzen in den plastischen Zustand überführt.
- Der Fügedruck wird unmittelbar nach Erreichen des plastischen Zustandes aufgebracht.
- Die Schweißgeschwindigkeit variiert in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur und der
Heißlufttemperatur.
Zur Warmgasschweißung müssen Schweißautomaten und Handschweißgeräte verwendet werden, welche mit individuell
einstellbaren Temperaturreglern ausgerüstet sind. Die Bedienungsanleitungen der Gerätehersteller sind zu
beachten.
Die Überprüfung der Nähte kann durch Sichtkontrolle bzw. nach Erkalten der Naht mit einer Prüfnadel
erfolgen.
Achtung: Warmgasschweißung nicht bei Bahnendicken unter 0,8 mm.
5.5.1.2 Ausführung der Warmgasschweißung - Handschweißung
Die Schweißdüse mit Flachschlitz soll eine Breite von 4 cm haben. Die notwendige Schweißtemperatur ist
einzuhalten und muss vorher an einem Folienmuster beidseitig ermittelt werden. Die Herstellung der
Nahtverbindung erfolgt in zwei Arbeitsgängen. Zunächst wird die hintere Nahtkante in 1 bis 2 cm Breite
vorfixiert, damit beim anschließenden zweiten Arbeitsgang keine Heißluft unter der überdeckenden Bahn
entweichen kann. Die Schweißdüse des Handschweißgerätes wird so in die Überlappung eingeführt, dass beide
Nahtflächen gleichmäßig erwärmt und mittels einer 4 cm breiten Andrückrolle, die kontinuierlich in
Schweißrichtung geführt wird, homogen verbunden werden.
5.5.1.3 Ausführung der Warmgasschweißung - mit Schweißautomaten
Neuartige Geräte verfügen über einen automatischen Regler, der Temperaturschwankungen durch
Spannungsschwankungen ausgleicht. Die Schweißdüse und die Andrückrolle haben eine Breite von > 4 cm. Die
Fahrgeschwindigkeit und die Heißlufttemperatur müssen regelbar sein. Der erforderliche Anpressdruck auf die
Schweißnaht wird im Normalfall erreicht durch ein zusätzliches Auflagegewicht von 7 bis 13 kg.
Schweißtemperatur und Schweißgeschwindigkeit müssen so aufeinander abgestimmt werden, dass im Nahtbereich
weder Fehlstellen noch Materialverformungen auftreten. Leistungsabfall durch Stromschwankungen ist, z. B.
durch den Einsatz von Stromaggregaten, zu vermeiden.
Für jedes Schweißgerät ist ein eigener Stromkreis erforderlich. Vor Beginn der Schweißarbeiten ist eine
Probeschweißung durchzuführen, um eine einwandfreie Geräteeinstellung zu gewährleisten.
5.5.2 Quellschweißen (sollte nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden)
5.5.2.1 Allgemeines
Beim Quellschweißen sind die trockenen, sauberen Verbindungsflächen mit Quellschweißmittel anzulösen und
unter Druck zu verbinden. Quellschweißen ist auf offenen Baustellen eine zuverlässige und einfache
Verbindungsmethode.
In geschlossenen Räumen ist die Verwendung von Quellschweißmitteln bedingt erlaubt
siehe Merkblatt über den Umgang mit Tetrahydrofuran). Es darf nur unverdünntes Original Quellschweißmittel
(THF) verwendet werden.
5.5.2.2 Ausführung der Quellschweißung
Zum Quellschweißen wird das Quellschweißmittel mit einem ca. 5 cm breiten, ungeleimten Flachpinsel,
Borstenlänge ca. 4 cm, in die Überdeckung in Längsrichtung eingebracht. Die obere und untere Bahn müssen in
einem Zug angelöst werden und sollen, zum Beispiel mit der Hand, leicht zusammengedrückt werden.
Dabei lässt sich durch leichten Druck mit der Handkante gleichzeitig auch die Schweißbreite begrenzen.
Das Quellschweißmittel soll nicht überdosiert werden, damit es nicht hinter der Naht verlaufen
beziehungsweise sich nicht ungewollt verteilen kann. Die Verschweißbreite soll nach allgemeinen Vorschriften
bei mindestens 5 cm Nahtüberdeckung 3 cm betragen. Bei Verlegetemperaturen unter + 5° C ist das Vorwärmen
des Schweißbereiches mit einem Heißluftgerät erforderlich.
5.5.2.3 Nacharbeiten
Sollten trotz größter Sorgfalt durch widrige Umstände Nahtkanten leicht abstehen, so müssen diese mit einem
Handschweißgerät (siehe Warmgasschweißen) nachgearbeitet werden.
5.6 Prüfungen der Nahtverbindungen
Prüfungen der Nahtverbindungen sind gemäß DIN 18195, Teil 3 durchzuführen mit Hilfe der:
- Reissnadelprüfung
- Anblasprüfung
- Optischen Prüfung
- Vakuumprüfung
5.6.1 Reissnadelprüfung
Zur Prüfung von Längs- und Quernähten ist die Reissnadel unter leichtem Druck entlang der Nahtkante zu
führen. An Fehlstellen trennt die Nadelspitze die überlappenden Bahnen deutlich voneinander. Fehlstellen
sind zu markieren und mit einem Warmgas-Handschweißgerät auszubessern.
5.6.2 Vakuumprüfung
Diese Prüfung wird vorzugsweise an T-Stoßverbindungen mit einem Vakuumprüfgerät angewendet. Es arbeitet mit
einem Unterdruck, wobei die Qualität der Schweißverbindungen zugleich auf Festigkeit und Dichtigkeit
überprüft wird. Fehler in bezug auf Dichtigkeit und Festigkeit werden mit Sicherheit erkannt. Bei der
Vakkuumprüfung wird eine durchsichtige Prüfglocke auf die Naht- oder Stoßverbindung aufgesetzt, und die sich
in der Glocke befindliche Luft abgesaugt, so dass ein Unterdruck entsteht. Die Prüfglocke weist am Rand
einen Anpress-Dichtring aus Kunstkautschuk auf, damit ein luftdichter Abschluss zwischen Prüfglocke und
Dichtungsschicht gewährleistet ist.
Der Unterdruck soll - 0,2 bis - 0,3 bar betragen. Die Prüfung gilt als
bestanden, wenn sich der Unterdruck aufbauen und über einen bestimmten Zeitraum halten lässt. Zur besseren
Erkennung von Undichtigkeiten kann die Nahtkante mit einer farbigen Seifenlauge eingestrichen werden. Im
Falle einer Undichtigkeit entstehen deutlich sichtbare Seifenblasen. Anschließend ist die Bahnenoberfläche
gründlich zu reinigen (z. B. mit Cleaner L 100 oder Alkohol).
5.7 Absichern der Naht- und Stoßkanten
Bei allen mit THF geschweißten Nähten sind die Kanten mit PVC-Lösung abzusichern. Durch das Absichern wird
eine optimale Fügetechnik erreicht. Die PVC-Lösung ist mittels PE-Flaschen mit auswechselbaren
Ausflussröhrchen aufzubringen. PVC-Lösung auf Konsistenz prüfen (vor Gebrauch ist die PVC-Lösung kräftig
aufzurühren)! Falls erforderlich verdünnen und gut vermischen! PVC-Lösung soll in der Vertikalen maximal
5 cm nachfließen.
Sie können die Verlegeanleitung auch herunterladen.
Bitte klicken Sie auf den Link:
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