Arbeitsanweisung für Schwimmbadfolien
Sika - Teil 3
6. Detailausbildungen
6.1 Beckenränder mit Schwimmbadfolien gestalten
Bei neuen Rinnenköpfen werden die Dichtungsbahnen im Bereich der Aussparungen zwischen zwei Schutzlagen
L 205/TS eingebettet und verlegt. Zur Aufnahme der keramischen Rinnensteine ist im Beckenrand eine
entsprechende Aussparung vorzusehen. Bei Innenbädern wird der obere Rand der Dichtungsbahnen an die
Bodenabdichtung der Feuchtraumisolierung angeschlossen. Die optimale Ausführung eines Beckenrandes erfolgt
durch eine "Finnische Rinne" bzw. einer Überlaufrinne. Dabei reicht bei diesem Überflutungssystem der
Wasserstand bis zur Beckenoberkante. Grundsätzlich sollen die Beckenränder als selbstständige Bauteile
ausgeführt werden. Die Auskleidung von Finnischen Rinnen, Züricher Rinnen oder ähnliche werden zusammen mit
der anschließenden Bodenabdichtung (Feuchtraumisolierung) ausgeführt.
6.2 Anschlüsse und Durchdringungen der Schwimmbadfolien
Das Anschließen von Bauteilen, die die Abdichtung durchdringen, erfordert besondere Sorgfalt. Die Verbindung
der Abdichtung mit Armaturen erfolgt durch Einpressung zwischen 2 Flanschen, Fest- und Losflansch.
So werden alle durchdringenden Bauteile wie z. B. Zu- und Abläufe, Skimmer, Scheinwerfer, Rohre oder
dergleichen, prinzipiell nur mit Pressflanschen an die Abdichtung unter Beachtung der jeweiligen
Herstellervorschrift wasserdicht angeschlossen. Es werden handelsübliche Einbauteile verwendet, die für den
Anschluss an PVC-weich-Bahnen geeignet sind. Der Festflansch muss bündig mit der Auskleidungsebene liegen,
wasserdicht mit dem weiterführenden Rohr verschweißt sowie planeben abgedreht sein und mindestens 6
Sacklöcher oder wasserdicht verschweißte Stehbolzen aufweisen. Es werden Senkkopf-, Imbus-Schrauben bzw.
Schraubenmuttern verwendet. Der Losflansch muss ebenfalls planeben abgedreht und biegesteif sein.
Im Bereich der Flansche wird die Dichtungsbahn lose verdoppelt. Es dürfen keine Nähte und Stöße innerhalb
der Pressung liegen. Mitgelieferte oder andere Dichtungen sind auf Verträglichkeit mit Dichtungsbahnen zu
prüfen. Nach Abschluss der Abdichtungsarbeiten sind alle Schrauben an den Einbauteilen gleichmäßig
nachzuziehen. Alle Stahlteile wie Verankerungen für Haltestangen, Leitern, Trennseile und andere
anzuschließende Einbauteilesollen aus nichtrostendem Stahl bestehen. Verankerungen sind mit
Spezial-Tellerankern herzustellen.
Alternativ können Einbauteile aus PVC unmittelbar mit der Abdichtung verschweißt werden. Dazu ist ein
mindestens 3 cm breiter Anschweißrand erforderlich.
6.3 Rutschsicherheit für Schwimmbadböden bzw. der Schwimmbadfolien
Trittflächen von Treppen und Standstufen werden zur Erhöhung der Rutschsicherheit mit WP 3100-15RE belegt.
Bei Sportbecken können zusätzlich auch die Wendeflächen vollständig mit WP 3100-15RE belegt werden. Die
Wendemarkierungen (nach FINA-Norm) werden ausgeschnitten, mit WP 3100-15RE, mittels Unterlegstreifen aus
Tauchstreifen 0,8 mm eingeschweißt und mit PVC-Lösung abgesichert. Eine Vorfertigung der gesamten
Wendefläche wird empfohlen. Bodenflächen von Nichtschwimmerbecken oder ähnliche sind mit WP 3100-15RE
abzudichten. Die maximale Neigung soll 10 % nicht übersteigen.
Die Bahnen werden stumpf gestoßen verlegt und erhalten zum Verschweißen einen Streifen von ca. 10 cm
Zuschnitt aus 0,8 mm Tauchstreifen unterlegt.
6.4 Tauchstreifen
Abmessungen und Anordnungen der Tauchstreifen sollten den internationalen Wettkampfbestimmungen der
FINA-Norm entsprechen. Die Streifen werden nach Schnurschlag auf die fertige Auskleidung vollflächig
aufgeschweißt bzw. in die Auskleidung eingearbeitet. Alle Nähte und Stöße sind zur Vermeidung von Blasen
unter der Verdoppelung mit PVC-Lösung abzusichern. Leitstreifen in Nichtschwimmerbecken, die mit
WP 3100-15RE ausgekleidet sind, werden unter Verwendung von WP 3100-08H, mit Wallkway schwarz eingearbeitet.
6.5 Entlüftung
(Bitte unbedingt beachten, um eventuelle Faltenbildungen zu vermeiden). Um beim Füllen des Beckens mit
Wasser das Entweichen von evtl. eingeschlossenen Luftresten hinter der Auskleidung zu ermöglichen, ist es
erforderlich, am oberen Rand je eine oder zwei Abdeck- Platten oder ähnliches fehlen zu lassen und diese
nach dem Füllen des Beckens zu ergänzen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, am oberen Beckenrand einige
Schweißnahtenden zunächst beim Befüllen offenzulassen.
Erst wenn der Wasserstand fast so hoch ist wie die Wandnähte verschweißt wurden, können alle Nahtenden
zugeschweißt werden. Die Füllung muss möglichst langsam erfolgen.
6.6 Dehnungsfugen
Dehnungsfugen in der Unterkonstruktion werden mit einem Streifen aus Verbundblech Typ WP,
Zuschnitt ca. 20 cm, abgedeckt und einseitig mit Spreiznieten, Abstand ca. 20 cm, befestigt. Die Stöße der
Verbundbleche sind mit einem 10 cm breiten Tauchstreifen, 0,8 mm dick, abzudecken, im Stoßbereich bleiben
ca. 2 cm unverschweißt.
7. Inbetriebnahme und Wartung des Schwimmbades
Allgemeine Hinweise zur Wasser- und Beckenpflege von PVC-P Schwimmbecken.
7.1 Umwelteinflüsse
Bakterien, Pilze und Algen sind ein wichtiger Bestandteil in unseren natürlichen Gewässern, die die Qualität
des Wassers maßgeblich beeinflussen. Das Gleichgewicht des Wassers wird auf natürliche Weise, z. B. durch
die Fließgeschwindigkeit, Filterung durch den Gewässerboden und Anreicherung mit Sauerstoff durch
Verwirbelung erreicht. Ein Ungleichgewicht führt zur Trübung des Wassers und schleimigen Belägen. Um dies im
Beckenwasser zu vermeiden ist eine physikalische und chemische Behandlung des Wassers notwendig.
7.2 Physikalische Behandlung der Schwimmbadfolien
7.2.1 Filterung
Im Filter werden alle groben Fremdstoffe, die aus der Umwelt und durch die Badenden eingebracht werden,
zurückgehalten. Bei der Wahl des Filters spielt die Art des Filters, seine Leistungsfähigkeit und die
Filtergeschwindigkeit eine wichtige Rolle. Der Filter muss durch eine Rückspülung periodisch gereinigt werden.
Die Häufigkeit der Reinigung richtet sich nach der Belastung des Wassers. Bei privaten Becken soll spätestens
nach einer Woche, unter Einhaltung der Reinigungsweise durch den Hersteller, eine Rückspülung erfolgen.
7.2.2 Wasserumwälzung
Durch die Umwälzung des Beckenwassers wird eine gleichmäßige und ausreichende Verteilung der Pflegemittel im
Becken sichergestellt. Dies ist notwendig, um eine Vermehrung von Algen und Mikroorganismen vorzubeugen.
Die Wasserqualität hängt stark von der Umwälzgeschwindigkeit ab. Eine vierstündige Umwälzleistung des
gesamten Beckens ist als minimale Leistung anzusehen.
Bei der Auswahl der Filter- und Umwälzanlage
wenden Sie sich bitte an Hersteller dieser technischen Anlagen.
7.3 Chemische Behandlung der Schwimmbadfolien
Um ein gesundheitlich unbedenkliches Badewasser über lange Zeiträume zu gewährleisten, ist eine
kontinuierliche Desinfektion des Wassers notwendig.
Eine Überwachung der Konzentration ist wichtig,
um eine temporäre Verkeimung des Wassers auszuschließen. Es stehen unterschiedliche
Desinfektionsmöglichkeiten zur Auswahl. Bei der Wahl des richtigen Mittels und der Anwendung lassen Sie sich
am besten durch ihren Schwimmbadbauer beraten.
7.3.1 Natriumhypochlorit (Chlorbleichlauge)
Dieses Verfahren stellt die wohl älteste Chlorungsmethode dar. Bei der Verwendung von Natriumhypochlorit
muss berücksichtigt werden, dass deren Gehalt an Aktivchlor (max. 12,5 %) innerhalb kurzer Zeit beträchtlich
abnimmt, der pH-Wert des Wassers bedingt durch die hohe Alkalität der Lauge durch zusätzliche Säure
korrigiert werden muss und der Umgang mit dieser ätzend wirkenden Lauge ein Sicherheitsrisiko für das
Personal darstellt.
7.3.2 Calciumhypochlorit
Calciumhypochlorit - als Granulat - enthält mind. 65 % wirksames Chlor und ist im Gegensatz zu
Natriumhypochlorit lagerstabil. Es enthält beträchtliche Mengen an Calcium, die zu einer unerwünschten
Aufhärtung des Wassers führen und deshalb nur für weiches Wasser geeignet ist. Bei Anwendung erhöht es den
pHWert im Schwimmbeckenwasser. Nicht mit anderen Chemikalien vermischen!
7.3.3 Chlor-Ozon-Verfahren
Ozon ist ein sehr starkes Oxidationsmittel, darf wegen seiner Giftigkeit aber nur innerhalb der Umwälzanlage
und nicht im Schwimmbeckenwasser eingesetzt werden. Die Verwendung von Ozon ersetzt nicht die Zugabe eines
Desinfektionsmittels - Chlor - für das Badebeckenwasser. Die zusätzliche Verwendung von Ozon in der
Aufbereitungsstrecke tötet Keime wirksam ab und oxidiert wasserlösliche, organische Verschmutzungsstoffe,
so dass die Chlorzehrung im Beckenwasser gesenkt und die Wasserqualität verbessert werden kann.
7.3.4 Brom
Brom ist wie Chlor ein Halogen und wird in sogenannten Brom- Stiks (Tabletten) angeboten.
Vorteile des
Broms: Brom enthält ca. 30 % Chlor. Anders als die Chloramine (gebundenes Chlor) sind Bromamine geruchslos,
reizen die Schleimhäute nicht. Die Desinfektionswirkung von Brom hängt nicht so stark vom pH-Wert ab.
Nachteilig hingegen ist die geringe Oxidationswirkung, der höhere Preis und die ätzende Wirkung des
elementaren Broms.
7.3.5 Chlorierte Isocyanurate (stabilisierte Chlorprodukte)
Die Chlorisocyanurate sind feste Chlorverbindungen in Granulatoder Tablettenform.
Vorteil: hoher Gehalt
an wirksamem Chlor (56 - 90 %), Beständigkeit, leichte und sichere Handhabung sowie keine
pH-Wertveränderungen des Wassers.
Nachteil: die organische Trägersubstanz beeinflusst bei höherer Konzentration
(ab ca. 40 mg/Liter) die Keimtötungsgeschwindigkeit des Chlors, so dass zum Ausgleich höhere Chlorgehalte
(0,6 - 1,0 mg/Liter) im Beckenwasser aufrechterhalten werden müssen. Damit besteht die Gefahr, dass die
Schwimmbeckenauskleidung ausbleicht.
7.3.6 Aktivsauerstoff
Sauerstoffabspaltende Verbindungen, wie z. B. Wasserstoffperoxid werden als Oxidations- bzw.
Desinfektionsmittel eingesetzt. Die Oxidations- bzw. Desinfektionswirkung bleibt nur kurz nach Zusatz
des Mittels erhalten. Ein beigemischtes Algizid aktiviert die Desinfektionswirkung. Bei Aktivsauerstoff in
Tablettenform kann jederzeit Chlor zugegeben werden.
Dagegen neutralisiert sich Wasserstoffperoxid und
Chlor gegenseitig!
Fazit:
Achten Sie darauf, dass die notwendigen Desinfektionsmittelmengen gemäß den Herstellerangaben eingesetzt
werden.
Bei sachgemäßer Handhabung stellt die Chlorung nach wie vor ein für die Aufbereitung und
Desinfektion ausgezeichnetes Verfahren dar, das nicht so ohne weiteres zu ersetzen ist.
Bei
chlorhaltigen Produkten soll der Gehalt an freiem, wirksamem Chlor zwischen 0,3 und 0,6 mg pro Liter Wasser
liegen. Der Wert ist stark pH-Wert-abhängig.
Schwimmbadwasser, das nach "Chlor" riecht, enthält nicht zuviel, sondern zuwenig freies Chlor und kann zu
Schleimhaut- und Augenreizungen führen. Deshalb darf der Gehalt an gebundenem Chlor (Chloramine) 0,2 mg/Liter
Wasser nicht überschreiten.
Wenn das Schwimmbadwasser "umkippt", hilft in vielen Fällen eine Stoßchlorung.
Eine Faustregel: Eine 20-g-Tablette (schnelllöslich, pro m3 Wasser).
Bitte streuen oder werfen Sie keine Desinfektionsmittel in Granulat- oder Tablettenform direkt ins
Beckenwasser und vermeiden Sie ständige Überdosierungen, da sonst Verfärbungen oder Ausbleichungen auftreten
können.
Achten Sie bei der Verwendung von chlorhaltigen Desinfektionsmitteln darauf, dass es sich um metallfreie
Mittel handelt. Im Handel sind auch Chlor-Produkte beziehbar, die z. B. Kupfer enthalten. Diese können zu
Verfärbungen der Folie führen, die in den meisten Fällen nicht wieder entfernt werden können.
7.4 Flockung
Im Wasser unsichtbar verteilte, mikroskopisch kleine Schmutzstoffe (Bakterien, Keime, Körperfette, Kosmetika
usw.) können durch hochwirksame Filter (ausgenommen Kieselgurfilter) nur unvollständig zurückgehalten werden.
Setzt man dem Wasser vor dem Filter regelmäßig so genannte Flockungsmittel zu, verbleiben diese im
Filterbett.
Die Wirkungsweise von Flockungsmitteln ist stark pH-Wert-abhängig. Bei nicht sachgerechter Anwendung kann es
zu einer Nachflockung im Beckenwasser kommen, die sich durch Verfärbung und schlimmstenfalls starke
Eintrübung des Wassers zu erkennen gibt. Flockungsmittel können nur bei Sandfilteranlagen eingesetzt werden.
7.5 Beckenwasser
Die Zusammensetzung des Beckenwassers hat großen Einfluss auf die Wahl des Pflegemittels.
Beckenwasser, das Eisen und/oder Mangan enthält, kann zu Wasserverfärbungen - von Grünstich jedoch klar,
über schmutzigbraun bis fast schwarz - und Trübungen führen.
Damit die unerwünschten Metallhydroxide
möglichst vollständig entfernt werden, sollte wie folgt vorgegangen werden:
1. Stoßchlorung, um alles Eisen und Mangan zu oxidieren;
2. Einstellen des pH-Wertes auf 7,0 - 7,4;
3. Ausflocken der Hydroxide bei laufender Filteranlage.
Nach ca. 3 Tagen rückspülen.
Häufig findet man im Brunnenwasser einen hohen Eisengehalt. Bei erhöhtem
Kupfergehalt des Beckenwassers (z. B. durch Korrosionen) kann es zu schwarzen Flecken auf der
Schwimmbeckenauskleidung, schwarzen Verfärbungen auf Anlagenteilen oder im Extremfall zur Grünfärbung
blonder Haare führen. Kupfer kann wie folgt aus dem Beckenwasser filtriert werden:
1. pH-Wert auf 7,5 - 7,7 einstellen;
2. Flockmittel zugeben, ca. 48 Stunden umwälzen und anschließend rückspülen;
3. pH-Wert wieder auf 7,0 - 7,4 einstellen.
Eventuell muss dieser Vorgang wiederholt werden. Das Kupfer ist dann entfernt, wenn das Rückspülwasser nicht
mehr grünblau verfärbt ist.
7.6 Algizide
An schlecht durchströmten Stellen, bei unregelmäßiger Wasserpflege, hohem Gehalt an Kohlendioxyd und
Phosphaten sowie Wärme des Wassers, aber auch bei schwüler Witterung oder nach Gewitterregen kann es zu
einer Veralgung des Wassers kommen.
Neben hässlichen, grünen Belägen an Wand und Beckenboden sind Algen
auch eine Unfallgefahr, wenn sich glitschige Beläge auf Treppen und Einstiegsleitern bilden.
Zur Vorbeugung gegen Algenbefall eignen sich z. B. so genannte Quats (quaternäre Ammoniumverbindungen).
Quats sind chlorverträglich.
Algenbekämpfung: Algen sollten mit einer weichen Bürste entfernt, der
pH-Wert sollte auf 7,0 - 7,4 eingestellt und ein Chlorstoß durchgeführt werden. Anschließend doppelte
Dosiermenge Algizid zugeben.
7.7 pH-Wert Regelung
Die verschiedenen Aufbereitungsmaßnahmen sowie Korrosion, Kalkabscheidungen, Flockung, Desinfektionswirkung
des Chlors und Wohlbefinden der Badenden sind vom pH-Wert abhängig. Der ideale Bereich liegt zwischen 7,0 und
7,4.
Beachten Sie bitte, dass Störungen oftmals vom pH-Wert verursacht werden. Deshalb öfters
kontrollieren.
Bei einem pH-Wert von 7,0 reichen 0,3 mg freies Chlor/Liter, bei einem pH-Wert von 7,4 ca. 0,6 mg freies
Chlor/Liter aus, um das Wasser keimfrei zu halten. Grundsätzlich sind die jeweiligen Bedienungsanleitungen
der Herstellerfirmen für Wasseraufbereitungsanlagen zu beachten.
7.8 Frischwasser-Zusatz
Auch im bestgepflegten Schwimmbecken reichern sich allmählich Salze (Chloride, Sulfate, Nitrate, Calcium) an,
die weder durch Filtration noch auf chemischem Wege entfernt werden können.
Um mögliche Störfälle
auszuschließen - Korrosion an Metall- oder Betonteilen, gesundheitliche Gefährdung, Eintrübung des Wassers,
Kalkausfällungen, Verklebung des Filters - sollte ein Teil des Beckenwassers regelmäßig durch Frischwasser
ersetzt werden. Bei privaten Schwimmbecken ca. 3 - 5 % des Beckeninhaltes pro Woche.
7.9 Härtestabilisierung
Bei Wasser mit einer Härte von mehr als 15 TH oder dH besteht auch bei Einhaltung des pH-Bereiches die
Gefahr der Ausfällung und Ablagerung von Kalk. Die Folgen sind rauhe Oberflächen, Wassertrübungen,
Funktionsstörungen durch verbackene Filter und Energieverluste im Wärmeaustauscher. Durch einmalige Zugabe
eines Härtestabilisators, entsprechend der Wasserhärte und -menge, wird eine Stabilisierung der im Wasser
vorhandenen Härtebildner erreicht. Ebenso werden Metallionen gebunden und somit metallische Ablagerungen
verhindert.
7.10 Wassertemperatur
Je höher die Wassertemperatur, um so größer ist der Verbrauch an Desinfektionsmitteln.
Eine Dauerwassertemperatur von 30° C darf nicht überschritten werden.
7.11 Grundreinigung
Nach Abbürsten und Abspritzen der Schwimmbecken-Auskleidung erfolgt die Grundreinigung mit säurehaltigen
Mitteln, um fest anhaftenden Kalk zu entfernen. In hartnäckigen Fällen ist der Einsatz alkalischer Mittel
notwendig. Die Reihenfolge - erst säubern, danach alkalischer Reiniger - ist unbedingt einzuhalten.
Gründlich Nachspülen mit klarem Wasser und das Schwimmbecken kann wieder gefüllt werden. Als zusätzliche
Vorbeugung gegen Algenbefall können Beckenwände und -boden vor dem Befüllen mit einer Algizid-Lösung
eingestrichen werden. Unbedingt Herstellerangaben hinsichtlich Anwendung, Handhabung und Dosierung beachten.
7.12 Unterhaltsreinigung
Zur laufenden Unterhaltsreinigung eignen sich schwach alkalische Allzweckreiniger und Neutralreiniger.
Sie lösen Körperfette und Oberflächenverschmutzungen. Im Anschluss an die Reinigung ist gründlich mit Wasser
nachzuspülen.
Sowohl für die Grund- als auch für laufende Reinigung dürfen nur Mittel verwendet werden, die für
Schwimmbecken-Auskleidungen geeignet sind. Anwendung, Konzentration und Einwirkzeit
sind den jeweiligen Herstellervorschriften zu entnehmen und genauestens einzuhalten.
Keinesfalls dürfen
Haushaltsreiniger, Scheuer- und Lösungsmittel Anwendung finden. Generell sollte darauf geachtet werden, dass
nur wenig Reinigungsmittel ins Beckenwasser gelangt. Reinigungsmittel verschlechtern die Wasserqualität und
können zu Schaumbildung führen.
7.13 Reinigungswerkzeuge
Zur täglichen Unterhaltspflege sind Putzlappen, Schwamm und weiche Bürsten zugelassen. Der Boden lässt sich
mit halb- oder vollautomatischen Bodensaugern sowie Bodenbürsten reinigen.
Werden zur Hauptreinigung
Hochdruck- oder Dampfreiniger eingesetzt, darf nicht zu dicht und nur großflächig mit gefächertem und nicht
mit gebündeltem Strahl gereinigt werden.
Örtliche Überhitzungen und zu langes Reinigen auf einer Stelle sind
unbedingt zu vermeiden. Reinigungswerkzeuge und Hilfsmittel nur über den Fachhandel beziehen. Drahtbürsten,
Stahlwolle oder andere scharfe Werkzeuge nicht zur Reinigung einsetzen.
7.14 Urlaubspflege
Vor einer längeren Abwesenheit sollte das Schwimmbadwasser "präpariert" werden, um es keimfrei und klar zu
halten. Dazu eignen sich Desinfektionsmittel mit lang anhaltender Wirkungsdauer.
Die Umwälzung des
Beckenwassers kann reduziert werden. Der Beckeninhalt sollte jedoch mindestens 1 x täglich umgewälzt werden.
7.15 Überwinterung
Wir empfehlen, Freischwimmbecken über den Winter gefüllt zu lassen. So ist die Becken-Auskleidung
Witterungseinflüssen sowie Verschmutzungen weniger ausgesetzt. Auch werden Verfärbungen durch Laub vermieden.
Die Zugabe von Überwinterungsmitteln erleichtert nicht nur die Frühjahrsreinigung, sondern
beeinträchtigt auch das Algenwachstum und die Ablagerung von Kalk.
Die Beckenwände können gegen Eisschub durch Holzbohlen, Eisdruckpolster usw. geschützt werden.
Durch eine Abdeckung des Beckens wird einer Verschmutzung aus der Atmosphäre und durch Laubfall vorgebeugt.
Wasserleitungen im Außenbereich entleeren.
7.16 Wasserkontrolle
Prüfen Sie in den ersten vier Wochen nach Inbetriebnahme Ihres Schwimmbeckens mehrmals pro Woche den pH- und
Chlorwert. Danach sollte mindestens einmal wöchentlich kontrolliert werden.
Zur Wasserkontrolle stehen
einfach zu bedienende und dennoch exakte Ergebnisse liefernde Geräte bzw. Testsets zur Verfügung.
Diese sind im Fachhandel erhältlich.
7.17 Hilfreiche Tipps
Problem:
Was ist zu tun?
Trübes Wasser:
- pH-Wert auf 7,0 - 7,4 einstellen
- Stoßchlorung durchführen
- Flockung bei Sandfiltern
Glitschige Böden und Wände, Algenansätze:
- pH-Wert überprüfen
- Reinigung mit Bürste
- Stoßchlorung durchführen
- doppelte Dosiermenge Algizid zugeben
Unangenehmer Chlorgeruch:
- Chlorgehalt im Wasser überprüfen
- pH-Wert überprüfen
- Stoßchlorung durchführen
- Filterrückspülung
Kalkausfällungen:
- mit saurem Reiniger entfernen
- Härtestabilisator zugeben
Fleckenbildung bei Polyesteruntergrund (meist grau-schwarz):
- pH-Wert auf 7,0 - 7,4 einstellen
- Stoßchlorung durchführen
- Chlorgehalt auf 0,5 mg/l einstellen
Weiße oder graue Verschleimung:
- pH-Wert überprüfen
- Stoßchlorung durchführen
- Reinigung mit Bürste
- Flockung bei Sandfiltern
- kontinuierliche Filterung
- Filterrückspülung
Gefärbtes Wasser, grünes Wasser, gelbes oder schwarzes Wasser:
- pH-Wert überprüfen
- Stoßchlorung durchführen
- kontinuierliche Filterung
- Flockung bei Sandfiltern
- Wände und Boden absaugen
Augenreizungen:
- pH-Wert auf 7,0 - 7,4 einstellen
- Stoßchlorung durchführen
- Korrosionserscheinungen - pH-Wert auf 7,0 - 7,4 einstellen
- Hautreizungen - pH-Wert auf 7,0 - 7,4 einstellen.
Stoßchlorung: eine schnelllösliche Chlortablette 20 g pro m3 Wasservolumen, evtl. in 3-4 Tagen wiederholen.
7.18 Hinweise
Der direkte Kontakt von Bitumen, Teer, technischen Ölen und Fetten, Lösungsmitteln, Farbanstrichen usw. mit
der Schwimmbeckenabdichtung muss vermieden werden.
Vorsicht beim Einsatz von Gummimaterialien
(z. B. Gummistiefel, -schuhe, -schläuche, -kabel usw.) zu Reinigungszwecken. Längere Kontaktzeiten,
insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung, können zu Verfärbungen führen.
Wenn Sie unsicher sind,
wie Sie das Becken reinigen und pflegen sollen, wenden Sie sich bitte an den Hersteller oder Vertreiber des
jeweiligen Pflege- und/oder Reinigungsmittels.
7.19 Informationspflicht
Der Verarbeiter von WP 3100-15R und WP 3100-15RE Dichtungsbahnen ist verpflichtet, den Bauherren über alle
Punkte, die das Material, die Inbetriebnahme, Reinigung und spätere Wasserpflege betreffen, zu informieren.
Ein Original-Etikett der verwendeten Charge muss der Verarbeiter zu seinen Unterlagen nehmen und für die
Garantiedauer aufbewahren.
Achtung: Je Becken immer nur eine Charge verwenden!
8. Ausrüstung
8.1 Zubehör aus dem Lieferprogramm
Das vollständige Lieferprogramm ist den gültigen Preislisten zu entnehmen. Nachfolgend sind nur die Produkte
aufgeführt, die bei Dichtungsbahnen WP 3100-15R und WP 3100-15RE im Schichtenaufbau und bei
Detaillösungen erforderlich sind:
- Quellschweißmittel
- PVC-Lösung
- WP Laminated metal blue5098 / Laminated inox blue5098
- WP 3100-08H black lane marker
- Schutzlage L 205/TS
- Gard SB
- Fleece 300 biozid
8.2 Geräte
- Schlagbohrmaschine mit Widia-Bohrer 5 mm bzw. 5,5 mm Durchmesser
- Wärmeluftgebläse (Industrieföhn), (s. Bezugsnachweis)
- Locheisen 3,5/5/6/8/10/12 und 16 mm Durchmesser
- Lochzange 3,5 und 5 mm Durchmesser
8.3 Werkzeuge usw.
Baustellenwerkzeug
- Schneidbrett ca. 0,25 x 1,80 m
- Zollstock
- Stahllineal 1,00 m
- Stahlwinkel 90°
- Folienmesser
- Folienschere
- Flachpinsel ca. 4 cm
- Plastikflasche 250 oder 500 ccm (DIN 5090)
- Verlängerungskabel 220 V
- Kabeltrommel mit Verteiler
- Kunststoffbecher 70 Durchmesser, auf Holzplatten 15 x 15 cm
- Abfalltonne
- Eimer
- Besen
8.4 Hilfsstoffe
- PUR-Kleber (Fugenmasse): T1/T2 mit Primer
- Hammerschlagnieten (Spreiznieten) 5/16,5 oder 26,5 mm
- Zellstoff
- Cleaner L 100
- Polyethylenschlauch, getrockneter Sand
- Schutzhandschuhe (lösungsmittelbeständig)
- Schutzbrille
- Mundschutz
Sie können die Verlegeanleitung auch herunterladen.
Bitte klicken Sie auf den Link:
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